GLASSLANDS - Milano Design Week 2025

Für die Mailänder Designwoche 2025 präsentiert TRAGA Glasslands, eine kollektive Ausstellung, die Glas als expressives, politisches und soziales Medium erforscht. Das Projekt vereint sechs Designer, die den zeitgenössischen Gebrauch des Materials neu definieren und Objekte schaffen, die über einfache Gefäße hinausgehen und zu Instrumenten der Verbindung werden. Im TRAGA-Showroom verwandelt sich der Ausstellungsraum in ein großes Zelt, das Nomadentum, Gastfreundschaft und Austausch symbolisiert. Kuratiert von Vito Salamone, lädt das Bühnenbild die Besucher in eine Umgebung ein, die Langsamkeit, Dialog und die Wiederentdeckung des täglichen Trinkrituals fördert. Glas, das zentrale Element der Ausstellung, interagiert mit einer ortsspezifischen botanischen Installation von Talea Flora, die den Raum in einen neuen Mikrokosmos verwandelt. In dieser Umgebung fordern die ausgestellten Objekte unser Denken heraus und bieten neue Perspektiven.

 

TEILNEHMENDE DESIGNER
Natalia Criado (Italien)
Sara Ricciardi Studio (Italien)
StudioNotte (Italien)
Studio Chacha (Korea)
TRAGA (Italien)
Ylaria Pavone (Italien)

 

EIN DIALOG ZWISCHEN DESIGN, GESELLSCHAFT UND RITUALEN
Glasslands versteht sich als Akt des Widerstands – eine Anti-Avantgarde-Bewegung, die die Konzepte von Autonomie, Selbstbezüglichkeit und selbsterzeugenden Systemen als Ausdrucksformen ablehnt. Hier sollen Objekte nicht nur ausgestellt, sondern erlebt werden. Vergnügen findet sich nicht allein in intellektuellen Konzepten, sondern in ihrer physischen Interaktion. Jedes ausgestellte Stück repräsentiert einen einzigartigen Ansatz der Glasherstellung, experimentiert mit Formen, Farben und Interaktionsweisen. Der Fokus verschiebt sich von der Ästhetik auf die soziale und kulturelle Wirkung des Objekts. Glas wird zu einem Werkzeug der Verbindung – ein Material, das den Akt des Trinkens zu einer kollektiven, geselligen und politischen Geste macht und verwandelt. In diesem Kontext überschreitet das Trinken das Gewöhnliche und wird zu einem Akt des Widerstands: gegen das Chaos, die Überwachung von Beziehungen und die fortschreitende Erosion physischer Erfahrung.

 

EINE UMGEBUNG JENSEITS KURATORISCHER HIERARCHIEN 
Glasslands lehnt die Logik der Hyper-Kuration ab und verfolgt einen horizontaleren, gemeinschaftlicheren Ansatz. Es gibt keine Hierarchie zwischen den Objekten und keinen vordefinierten Weg. Der Raum passt sich dem Besucher an, fördert Entdeckung und spontane Interaktion, während er das menschliche Bedürfnis nach absoluter Gewissheit und Kontrolle herausfordert. Hier nimmt Glas neue Bedeutungen an: Der Behälter wird zu einem Symbol des Austauschs zwischen verschiedenen Realitäten, und eine alltägliche Geste wie das Trinken entwickelt sich zu einem Akt des Widerstands. EIN MANIFEST Mit Glasslands stellt TRAGA ein Kollektiv von Designern vor, das sich dem Glas verschrieben hat – einem Material, das in der Designwelt zunehmend vernachlässigt wird. Ziel ist es, eine frische Vision von Glas für das 21. Jahrhundert zu schaffen. Die ausgestellten Objekte sind nicht nur Gegenstände zum Bewundern, sondern Werkzeuge, die unser Leben und unsere Interaktion mit anderen und der Welt prägen. Besucher sind eingeladen, sie als Bedeutungsträger zu sehen – politisch, resistent gegenüber auferlegten mentalen Rahmenwerken, die eine Flucht sowohl aus unserer Realität als auch aus hyperkuratierten Produkten bieten, die von Überproduktion angetrieben werden. Glasslands ist sowohl eine Aussage als auch eine Warnung: Design ist nicht nur das, was wir sehen.

 
Kuratorischer Text     Simone Marchetti             
Set-Design           Vito Salamone     
Florales Design       Talea Flora